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Seit vielen Jahren
besuchen unsere "Zehner" die Bundeshauptstadt in einer
kombinierten Studien- und Abschlussfahrt mit reichaltigem politischem
und kulturellem Programm.
Der folgende Bericht beschreibt die Berlinreise zweier Abschlussklassen
im Februar 2004.
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Die Anreise erfolgte
mit dem ICE, ein Erlebnis für sich, war doch so das Klassenzimmer
der 10a und 10c mit Tempo 250 auf die Schienen verlegt. Da könnte
kein Auto mithalten: in 5 ½ Stunden von Stuttgart nach Berlin.
Mit öffentlichen Verkehrsmitteln wurde das Hotel erreicht,
wie auch sämtliche Ziele der Studienfahrt insgesamt.
Die begleitenden Lehrer, Frau Klumpp, Frau Knauber, Herr Lebherz
und Herr Raiser nahmen die Schüler nach Ankunft auf eine erste
Erkundungstour mit zum Alexanderplatz mit dem Roten Rathaus, Berliner
Dom, Bahnhof Friedrichstraße und nach Einbruch der Dunkelheit
auf den Fernsehturm. Ein überwältigender Rundblick über
das Lichtermeer Berlins zog die Zehntklässler in seinen Bann.
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Der neue Tag begann mit Politik: die Reisegruppe der MFR hatte
einen Informationstermin beim Verteidigungsministerium im Bendlerblock.
Ein Hauptmann der Luftwaffe führte die Schüler visuell
durch die Bundeswehr mit ihren veränderten Aufgaben und Ansprüchen
im Rahmen der transatlantischen Verteidigungsgemeinschaft NATO.
Die Schüler wurden mit ihren Fragen zur derzeitigen schwierigen
Umstrukturierung der Streitkräfte in das Referat des Offiziers
geschickt mit eingebunden.
Ein Fußmarsch zum Potsdamer Platz erweiterte die Ortskenntnisse
und nach dem gemeinsamen Mittagessen konnten die Dimensionen dieses
neuen Mittelpunktes Berlins am Beispiel des Sony-Zentrums oder
der Arkaden erfahren werden. Im Museum am Check Point Charly gewannen
die Schüler Einblick in die bewegte Geschichte Berlins ,
speziell als ehemalige Vier-Sektoren-Stadt.
Der Abend war zur persönlichen Gestaltung freigegeben.
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Mittwochs stand
der Besuch im Bundestag und das Treffen mit Eberhard Gienger auf
der Tagesordnung. Auf der Besuchertribüne des Parlamentes erfuhren
die Schüler einiges über die Technik, Sitzungsordnung
und Architektur des Reichstagsgebäudes. Die baulichen Besonderheiten
der Kuppel, der Abluft- und Belichtungsanlage des britischen Architekten
Forster zeigten bei den Schülern Wirkung: mit Staunen und Begeisterung
ging man den Spiralweg bis zur Plattform in der Kuppelspitze und
genoss einen phantastischen Blick über das Regierungsviertel
im Spreebogen.
Auf das Gespräch mit dem CDU-Bundestagsabgeordneten waren alle
gespannt. Wusste man doch aus dem Politikunterricht, dass Eberhard
Gienger Seiteneinsteiger in dem Metier ist und trotzdem auf Anhieb
das Direktmandat im Wahlkreis Neckar-Zaber erreichte. Gienger nahm
sich viel Zeit und berichtete auch aus seiner Biografie.
Beim gemeinsamen Mittagessen im Paul-Löbe-Haus ließ man
diese Parlamentseindrücke auf sich einwirken und nachklingen.
Für „Stars in Conzert“ warfen sich Schüler
wie Lehrer „in Schale“ und genossen am Abend diese Vorstellung
im Estrel-Hotel und so wurde es natürlich recht spät.
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Tags darauf nahmen die Schüler Anteil am Schicksal der geteilten
Stadt vom Mauerbau 1961 biszum Ende der DDR 1990. Im Dokumentationszentrum
Berliner Mauer sahen sie Teile der Sperranlagen, die Westberlin
vom Osten abtrennten, die Mauer als Symbol der totalitären
DDR-Herrschaft.
Im Bundesrat durften die Schüler am Nachmittag die Gesetzgebung
der Ländervertretung in eigener Regie durchführen. In
einem interessanten Rollenspiel stellten sie die 16 Länderchefs
mit den Ministern dar, genauso die Vertreter der Bundesregierung
und das Bundesratspräsidium. Verhandelt wurde der Gesetzentwurf
„Führerschein mit 16“, was letztendlich mit Mehrheit
vom „Bundesrat“ abgelehnt wurde.
Es hat allen Spaß gemacht, wie auch der letzte Abend in
Berlin, der wieder zur freien Verfügung stand, bevor dann
am letzten Tag die Heimreise mit dem ICE angetreten wurde.
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