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Häufig gestellte Fragen zur Bildungsplanreform

Was bedeutet die Bewerbung als Erprobungsschule im Hinblick auf das Lernen und Arbeiten an der Mater-Feuerbacher-Realschule?

Im Wesentlichen geht es uns um folgende Fragen:

1. Erwerben die Schülerinnen und Schüler die notwendigen Grundlagenkenntnisse, sind die inhaltlichen Kürzungen angemessen und ist der Verzicht auf überflüssige Spezialisierung gelungen?

2. Bleiben ausreichend Spielräume für handlungsorientiertes und selbstständiges Lernen?

3. Erwerben die Schülerinnen und Schüler über die Bildungsstandards und den damit intendierten Unterricht die fachlichen Kompetenzen, um diese in verschiedenen Handlungsbereichen sachgerecht bei Problemlösungen anzuwenden?

4. Ist über das fachliche Wissen und die Fachkompetenz hinaus der Erwerb von allgemeinen Kompetenzen und Schlüsselqualifikationen angemessen berücksichtigt?

5. Lernstandsdiagnosen in Klasse 5 und 6 sowie Jahrgangsarbeiten nach Klasse 6 und 8 sowie neue Elemente der Abschlussprüfungen.

6. Sprach-Lesekompetenz
Deutsch als Unterrichtsprinzip wird in allen Fächern verwirklicht; dazu gehört z. B. auch, dass 'klassische' Themen des Faches Deutsch künftig von anderen Fächern oder Fächerverbünden anwendungsorientiert übernommen werden (z. B. Protokolle, Berichte...).

7. Mathematische Bildung
Der Mathematikunterricht entwickelt sich von der reinen Vermittlung mathematischen Faktenwissens weiter zum Modellieren anspruchsvoller innermathematischer Kontexte.
Wesentlich im Bereich der Mathematik sind dabei offene Aufgabenstellungen. Das Kennenlernen innermathematischer Strukturen wird mit Anwendungsaspekten verbunden. Darüber hinaus wird im Unterricht das Selbstkonzept der Schülerinnen und Schüler hinsichtlich ihrer mathematischen Begabung stärker beachtet.

8. Naturwissenschaftliche Bildung
Die naturwissenschaftlichen Fächerverbünde erleichtern die Realisierung eines anwendungsbezogenen und problemorientierten Unterrichts.


Welche Ziele verfolgt die Reform?

Die neuen Bildungspläne enthalten die Vorgaben, welche grundlegenden und unverzichtbaren Haltungen, Werte, Kompetenzen und Wissensinhalte die Schule der heranwachsenden Generation vermitteln soll. Die Schule leistet damit ihren Beitrag zur Aneignung kultureller und wissenschaftlicher Traditionen, zur Vermittlung von Religion, Sitten und Gebräuchen, zu lebenslangem und nachhaltigem Lernen, praktischer Lebensbewältigung in Alltag und Beruf sowie zur aktiven Teilhabe am gesellschaftlichen Leben. Dies geschieht auch im Blick auf das Zusammenleben in unserer Gesellschaft und in Europa und im Blick auf eine zukünftige Weltgesellschaft. Schule ist heute schon Ort für die Integration von Schülerinnen und Schülern aus anderen Kulturkreisen. Kinder und Jugendliche können hier Werte kennen und anerkennen lernen; gleichzeitig sollen sie befähigt werden, Werte zu reflektieren und zu diskutieren und bei Wertkonflikten eigenverantwortete Haltungen zu entwickeln.

Die Bildungsplanreform hat sich das Ziel gesetzt
• die Vermittlung personaler, sozialer, methodischer und fachlicher Kompetenzen zu gewährleisten;
• Grundlagenwissen und Allgemeinbildung zu stärken; die Schul- und Unterrichtskultur an den Schulen des Landes grundlegend zu verändern sowie
• die Qualität von Schule und Unterricht zu verbessern und nachhaltig zu sichern.

Weniger Stofffülle und weniger Spezialisierung öffnen dabei die erforderlichen Freiräume für die Entwicklung schulspezifischer Konzepte sowie z.B. auch für projektorientierte Lernverfahren, für die innere Differenzierung sowie eine Ausweitung der Fördermöglich-keiten für einzelne Schülerinnen und Schüler.

Wie werden die Ziele der Reform erreicht?

Der Bildungsplan setzt die im Schulgesetz niedergelegten Bildungs- und Erziehungsziele in konkrete Anforderungen um. Er gibt einen Rahmen vor, der neben allgemeinen Zielen und Grundsätzen Kompetenzen und Inhalte sowie Anforderungsniveaus benennt. Für die Ausgestaltung eröffnet der Plan den Schulen und Lehrkräften vielfältige Gestaltungsspiel räume. Künftig erstellt jede Schule mit einem Schulcurriculum einen Teil des Bildungsplans selbst. Die staatlichen Vorgaben werden dadurch vertieft und erweitert. Damit der schulische Dialog verstärkt und die Transparenz nach innen und außen gewährleistet wird, sind soweit möglich und sinnvoll alle am Schulleben Beteiligten einzubeziehen, also die Lehrerinnen und Lehrer, die Schülerinnen und Schüler, die Eltern, die Kommune und außerschulische Partner.


Welche Merkmale prägen die neue Unterrichtskultur?

Mit der Weiterentwicklung fächerübergreifender Lernansätze und projektorientierter Lernverfahren, einem teilweise veränderten Zuschnitt der Schulfächer durch die Bildung von Fächerverbünden sowie der Öffnung schulischen Lernens bis hinein in Gemeinden, Unternehmen und Betriebe wurde die Dimension des schulischen Lernens und Arbeitens deutlich in den außerschulischen Bereich erweitert. Im Rahmen der Inneren Schulentwicklung wurden bereits in den vergangenen Jahren die Freiheit des methodisch-didaktischen Arbeitens gestärkt und durch die Einbeziehung von Eltern und des gesellschaftlichen Umfelds der Raum Schule deutlich geöffnet. Diese Möglichkeiten des Lernens und Arbeitens sollen noch weiter ausgebaut werden.
Mit der Weiterentwicklung der Unterrichtskultur verbindet sich die gesicherte Vermittlung von personalen, sozialen, methodischen und fachlichen Kompetenzen sowie die Stärkung der Allgemeinbildung und des Grundlagenwissens.

Was sind Bildungsstandards?

Die Bildungsstandards der allgemein bildenden Schulen werden ergänzt durch Niveaukonkretisierungen, die deren Anforderungsniveau beschreiben. Sie stellen eine Orientierungshilfe für das weitere Verständnis und die Erschließung der in den Bildungsstandards festgelegten und beabsichtigten Anforderungsniveaus dar. Hierzu werden die Niveaukonkretisierungen in drei Bereiche gegliedert:
1. Bezug
Zunächst wird der Bezug zu den Bildungsstandards des jeweiligen Faches, Fächerverbundes oder themenorientierten Projektes hergestellt. Zum besseren Verständnis werden hierzu entsprechende Formulierungen aus den Leitgedanken zum Kompetenzerwerb sowie den Darstellungen zu den Kompetenzen und Inhalten unmittelbar zitiert bzw. es wird darauf verwiesen.
2. Problem
In einem weiteren Schritt werden exemplarisch Problemstellungen (eventuell ergänzt um Materialien) vorgelegt, die schriftlich und/oder handelnd (Experiment, Referat, fachpraktische Arbeit u.a.) bearbeitet werden sollen.
3. Niveaubeschreibung
Abschließend wird in drei Niveaustufen gegliedert der Erwartungshorizont zu dieser Problemstellung aufgezeigt und damit im Hinblick auf die Bildungsstandards erläutert. Niveaukonkretisierungen bieten aufgrund ihrer Struktur die Möglichkeit, das Anforderungsniveau der Bildungsstandards im Hinblick auf die Vermittlung im Unterricht darzustellen und zu verdeutlichen. Hierdurch wird das von den Schülerinnen und Schülern erwartete Niveau in den Mittelpunkt der Betrachtung gerückt und für die Lehrkräfte beispielhaft konkretisiert. Die Formulierungen der Problemstellungen zielen auf ein für die jeweilige Schulart angemessenes Anspruchsniveau. Die Niveaubeschreibungen bilden dieses mit Hilfe einer dreistufigen Bandbreite ab. Deshalb sind die Niveaukonkretisierungen als Orientierungshilfe zum Verständnis der Bildungsstandards und keinesfalls als Aufgabenstellungen für Test- und Prüfungsverfahren zu verstehen.
Niveaukonkretisierungen unterstützen somit die Arbeit an und mit den Bildungsstandards, die in Baden-Württemberg auf ein angemessenes schularttypisches Erwartungsniveau bezogen sind und folglich dazu beitragen, das Profil der jeweiligen Schulart zu stärken. Die vorgelegten Beispiele belegen in ihrer Gesamtheit, dass Fachkompetenz in Bezug zu personaler Kompetenz, Sozial- und Methodenkompetenz zu sehen ist.